Die Scrum-Werte

Blog – Technik & Methoden
Verfasst von Konstanze Wilschewski am 29. Mai 2019
Scrum braucht gewisse Soft-Skills

Die Werte bilden die Basis

Die Scrum-Werte

Scrum defi­niert die fünf Werte Mut, Fokus, Selbst­ver­pflich­tung, Respekt und Offen­heit, die im Scrum Team umge­setzt werden müssen, um die best­mög­li­che Trans­pa­renz, Inspek­tion und Adap­tion zu ermög­li­chen. Wenn die Werte inner­halb eines Teams gelebt werden, schaf­fen sie die Basis für Vertrauen und dafür, gemein­sam Entschei­dun­gen tref­fen zu können. Damit ist das Scrum Team in der Lage, das Projekt und seine Prozesse konti­nu­ier­lich zu über­prü­fen und selbst­or­ga­ni­siert zu steu­ern.

Mut

Mut ist ein wesent­li­cher Wert, denn es Bedarf Mut, Scrum einzu­set­zen und sich komple­xen Problem­stel­lun­gen zu stel­len. Wir zeigen Mut, die Wahr­heit hinsicht­lich Projekt­fort­schritt und Schät­zun­gen zu sagen. Sind mutig, Zusa­gen zu geben, fokus­siert zu handeln, zu Fehlern zu stehen und auch mal „nein“ zu sagen – Soft­ware wird erst ausge­lie­fert, wenn sie fertig ist. Dane­ben verlangt es auch Mut, auf Verän­de­run­gen zu reagie­ren und diese anzu­neh­men oder Verän­de­run­gen sogar selber anzu­sto­ßen, da man zu neuen Erkennt­nis­sen gekom­men ist. Wie auch das Agile Mani­fest schon beschreibt, sollen Plan­än­de­run­gen will­kom­men gehei­ßen werden, da aus ihnen neue Chan­cen entste­hen.

Fokus

Es ist wich­tig, exakt und konzen­triert an dem zu arbei­ten, was geplant ist. Alle Bemü­hun­gen und Fähig­kei­ten soll­ten darauf fokus­siert sein, an den getrof­fe­nen Zusa­gen für den Sprint zu arbei­ten. Dies trägt maßgeb­lich zu einem erfolg­rei­chen Sprint und dem Liefern wert­vol­ler Soft­ware für den Kunden bei. Featu­res zu bear­bei­ten, die in Zukunft even­tu­ell benö­tigt werden könn­ten, sind unter Umstän­den umsonst und dem Kunden nicht so wich­tig, wie andere Featu­res. Dane­ben können zusätz­li­che Arbei­ten die Plan­bar­keit des Sprints und der verfüg­ba­ren Kapa­zi­tät der Entwick­ler verkom­pli­zie­ren oder sogar unmög­lich machen. Es redu­zie­ren sich somit Risi­ken, indem man Fokus auf das gegen­wär­tig Wich­tige legt und dies abschließt, bevor man sich der nächs­ten Aufgabe zuwen­det – gemäß dem Motto „Stop star­ting, start finis­hing“.

Selbst­ver­pflich­tung (engl. Commit­ment)

Die Umset­zung der Arbeit im Team und auch deren Zusam­men­ar­beit setzt voraus, dass im Team auf gemein­schaft­lich gesteckte Ziele hinge­ar­bei­tet wird und sich alle Team­mit­glie­der dazu verpflich­ten. Aktive Mitar­beit durch jeden einzel­nen ist dafür notwen­dig. Dabei gilt, dass jeder auf Basis seines aktu­el­len Könnens und Wissens­stan­des sein Bestes gibt und die Team­mit­glie­der nicht nur für ihren jewei­li­gen Bereich Verant­wor­tung über­neh­men, sondern einen ganz­heit­li­chen Blick auf das Projekt haben. Dies ist ein essen­ti­el­ler Bestand­teil dafür, dass sich das Team selbst­or­ga­ni­sie­ren kann. Selbst­ver­pflich­tung sollte nicht als Vertrag zwischen Product Owner und Entwick­lungs­team über das Fertig­stel­len der Stories im Sprint Back­log verstan­den werden, sondern als Ausrich­tung auf ein zusam­men fest­ge­leg­tes Ziel. Das Team kann jedoch zu neuen Erkennt­nis­sen kommen, durch die Plan­än­de­run­gen notwen­dig sind.

Respekt

Respekt gehörte bis 2013 nicht in den Scrum Guide. Jedoch sahen es Jeff Suther­land und Ken Schwa­ber für rele­vant an, diesen Wert mit aufzu­neh­men. Sie stell­ten fest, dass Respekt nicht so selbst­ver­ständ­lich ist, wie sie dach­ten. Damit ein Scrum Team jedoch funk­tio­nie­ren kann, ist es unab­ding­bar die ande­ren Team­mit­glie­der und ihre Meinun­gen und Erfah­run­gen zu respek­tie­ren. Es kann dabei sehr wert­voll sein, wenn Ansich­ten möglichst hete­ro­gen sind. Dadurch entste­hen mehr Lösungs­an­sätze als in einem Team, in dem keine konstruk­ti­ven und respekt­vol­len Konflikte und Diskus­sio­nen geführt werden. Jedes Team­mit­glied sollte sich dabei mit seinen Erfah­run­gen offen einbrin­gen können. Dane­ben ist es auch eine Form von Respekt gegen­über dem Kunden, den Fokus auf das aktu­ell Wich­tige zu legen und das Geld, welches der Kunde inves­tiert, möglichst wert­brin­gend einzu­set­zen.

Offen­heit

Offen­heit ist die Grund­lage dafür, dass Trans­pa­renz entste­hen kann und Entschei­dun­gen mit den benö­tig­ten Hinter­grund­in­for­ma­tio­nen getrof­fen werden können. Dazu muss ein Umfeld herge­stellt werden, in dem Wahr­heit und Ehrlich­keit ein siche­rer Raum gege­ben wird. Es ist für alle wich­tig zu wissen, was gerade das größte Problem ist, damit jeder zur Lösung beitra­gen und vonein­an­der lernen kann. Eine offene Zusam­men­ar­beit und Offen­le­gung des eige­nen Arbeits­fort­schritts und Proble­men sind aus diesem Grund notwen­dig.

Die Umset­zung

Das Umset­zen der Werte und was diese für das jewei­lige Scrum Team bedeu­ten müssen nach und nach zusam­men erar­bei­tet werden. Es gilt z. B. zusam­men zu lernen, welche Infor­ma­tio­nen notwen­dig sind, um Entschei­dun­gen zu tref­fen, oder wie mitein­an­der umge­gan­gen werden muss, damit sich jeder mit Respekt behan­delt fühlt, und noch vieles mehr. Dies bedeu­tet einen langen itera­ti­ven Prozess, um die Zusam­men­ar­beit im Team und damit die Arbeits­er­geb­nisse konti­nu­ier­lich zu verbes­sern. Es können abhän­gig von der Reife des Teams oder Team­än­de­run­gen Anpas­sun­gen in der Umset­zung der Werte notwen­dig sein. Daher soll­ten die Werte konti­nu­ier­lich disku­tiert werden.

Alles im Blick

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