Der Ablauf der Sprint Retrospektive

Die Retrospektive ist ein regelmäßiger Workshop, der dazu dient, Ereignisse der eigenen und gemeinschaftlichen Arbeit zu reflektieren. Das Ergebnis dieses Meetings sollten Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung des Teamerfolges hervorbringen. Dazu ist eine begleitende Moderation durch den Scrum Master oder ein Teammitglied erforderlich.

Die Retrospektive findet am Ende eines Sprints nach dem Review statt. Je nach Sprintlänge sollte ein Zeitrahmen von 0,75 – 3 Stunden eingehalten werden (2 Wochen – Sprint => 1,5 h – Retrospektive).

Die Retrospektive ist ausschließlich für das Scrum Team gedacht und kann grundsätzlich frei von den Teammitgliedern gestaltet werden. Nichts, was in dem Meeting besprochen wird, verlässt den Raum (Las Vegas Regel). Es besteht keine Vorgabe, wie eine Retrospektive abzulaufen hat – allerdings hat sich über die Zeit ein Ablaufschema entwickelt, das dabei helfen kann, eine Struktur in die Sammlung von Ereignissen und dessen Auswertung zu bringen. Hierbei werden fünf Phasen unterschieden.

1. Set the Stage
Es soll zunächst eine Atmosphäre geschaffen werden. Die Teammitglieder sollen aktiviert werden, aktiv, fokussiert und kommunikativ mitzuarbeiten. Auch sollte eine Agenda bereitgehalten werden.

2. Gather Data
Es erfolgt die Erhebung von positiven und negativen Ereignissen. Diese können beispielsweise auf Team Building, Konfliktermittlungen, teamrelevanten Themen oder die Analyse des letzten Sprints ausgerichtet sein. Ziel ist es, ein allgemeines Verständnis von den zu besprechenden Themen zu erhalten.

3. Generate Insights
Die erhobenen Daten werden interpretiert und Ursachen sowie zu erwartende Effekte aufgedeckt/benannt. Daraus entwickelt das Team mögliche Experimente und Verbesserungsmaßnahmen.

4. Decide what to do
Anschließend erfolgt die Priorisierungs- und Commitmentphase. Es wird zunächst erörtert, welches die wichtigsten zu ergreifenden Maßnahmen sind. Danach sollte festgelegt werden, wer für was bis wann verantwortlich ist.

5. Closing
Zum Schluss sollten die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst und dokumentiert werden. Wichtig ist auch, dass die Ergebnisse der Retrospektive für alle Teammitglieder zugänglich gemacht werden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass das Thema und die Methoden der Retrospektiven sich abwechseln, um einer drohenden Monotonie vorzubeugen. Auch sollte man sich im Vorfeld ein Bild über die allgemeine Stimmung des Teams machen. Eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Retrospektive besteht, wenn Vertrauen, Konfliktbereitschaft und Gleichberechtigung im Team vorherrschen.

Verfasst von Konstanze Steinhausen am 12. April 2017