HEC Blog: Technik & Methoden
Verfasst von Christian Seedig am 29. Juni 2018
Das Scrum-Projekt-Planspiel 2018 (4)

Der zweite und dritte Sprint

Arbeit getan: Auch der zweite und dritte Sprint sind von den Teams erfolg­reich absol­viert worden. Na ja, so erfolg­reich, wie es Entwick­lungs­teams, die vorher noch nie agil gear­bei­tet haben, über­haupt können. Es ist jedoch schon deut­lich zu erken­nen, dass sich der Groß­teil der Umschü­ler in dieser moder­nen Arbeits­weise zurecht­fin­det und sich gut damit iden­ti­fi­zie­ren kann.

 
Lerneffekte auf dem Weg zum Scrum Team
Erkenntnisse auf dem Weg zum Scrum Team

Aus den Ersten Retro­per­spek­ti­ven:

Insge­samt lässt sich beob­ach­ten, dass Product Owner und Entwick­lungs­teams sehr viel stär­ker zusam­men­ge­rückt sind, was die Sicht auf das Projekt und die Entwick­lung angeht. In den ersten Sprint Plan­nings waren vom PO noch Sätze zu hören wie: “Das ist doch nur ein Knopf, der einge­baut und ein Wert, der über­ge­ben werden muss. Was recht­fer­tigt denn da 5 Story Points?“. Die engere Zusam­men­ar­beit hat diese Sicht­wei­sen stark verbes­sert.

Aus diesem Grunde war auch das letzte Review ein wirk­li­ches Erleb­nis für die Kunden. Es wurden tolle Funk­tio­nen und auch „coole Gimmiks“ präsen­tiert, die dem Anwen­der ein echtes Nutzungs­er­leb­nis verschaf­fen. Dies waren z.B. die Einbin­dung von GoogleMaps oder optisch anspre­chende Buchungs­ka­len­der und Formu­lare. Es haben alle Teams eine funk­tio­nie­rende Appli­ka­tion präsen­tiert, die nach nur 3 Wochen Entwick­lung tatsäch­lich für den fikti­ven Zweck mit wert­vol­len Funk­tio­nen zum Einsatz hätte kommen können, um Feri­en­häu­ser oder Autos zu mieten sowie Burger oder Event-Tickets zu bestel­len.

Es entstehen Scrum Teams mit funktionierendem PO und Scrum Master
Scum Master

Im ersten Sprint ging es für die Scrum Master noch eher darum, das Team in der Arbeit mit Scrum zu unter­stüt­zen und die Mehr­werte zu vertei­di­gen. Immer wieder kam das klas­si­sche Denken in Konzep­ten durch. In den folgen­den Sprints konnte dage­gen vermehrt Augen­merk darauf gelegt werden, einen gemein­sa­men Quali­täts­be­griff im Team zu erstel­len. Hier wurde den Scrum Mastern schnell klar ,wie schwie­rig es werden kann quali­täts­si­chernde Themen wie CleanCode oder Test-Driven-Deve­lop­ment in einem Team zum Stan­dard zu machen.

Product Owner

Es war am Ende jedem klar, warum auch die Erfül­lung von Nicht-Entwick­lungs­tä­tig­kei­ten für das Ergeb­nis eines Teams wich­tig ist. Die Entwick­ler fanden sich in Ihre Bera­tungs­rolle dem PO gegen­über ein und wiesen auf Probleme und Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten hin.

Da im ersten Sprint die POs nur zu den Stan­dard Meetings ins Team kamen, wurde in den folgen­den Sprints deut­lich, wie wich­tig es ist, dass ein POs jeder­zeit für sein Team zur Verfü­gung steht, um Fragen zu beant­wor­ten sowie Funk­tio­nen bereits vor dem Review abzu­neh­men. Dieser enge Austausch führte dazu, dass gerade im drit­ten Sprint einige der Teams noch Aufga­ben aus dem Back­log nach­zie­hen konn­ten, die nicht im Plan­ning mit in den Sprint gezo­gen worden waren.

Teams

Die Rollen und Aufga­ben inner­halb eines Scrum Teams wurden immer weiter verin­ner­licht. Eine wich­tige Erkennt­nis war, dass Scrum Master und Product Owner nicht in einer höhe­ren Ebene arbei­ten und dem nicht Team vorschrei­ben was es zu tun hat. Denn diese Rollen liegen auf Augen­höhe und nehmen ledig­lich andere Aufga­ben wahr, damit das Team funk­tio­niert und liefer­fä­hig bleibt.

Dadurch, dass im ersten Review die Teams alle anwe­send waren und die jewei­li­gen Zwischen­stände gese­hen haben wurden auch team­über­grei­fend Syner­gien entdeckt. Dort hatte beispiels­weise das erste Team eine Kalen­d­er­funk­tion präsen­tiert, die alle ande­ren Teams früher oder später auch würden umset­zen müssen. Diese Erfah­run­gen wurden team­über­grei­fend geteilt, so dass aus den Proble­men der ande­ren gelernt werden konnte und eine deut­li­che Risi­ko­sen­kung und Zeiter­spar­nis bei dieser Funk­tion reali­siert werden konnte.

Der dritte Sprint brachte deut­li­che Verbes­se­run­gen in den Teams zum Vorschein und auch deut­lich mehr Spaß.

 

Fort­­set­­zung folgt.