HEC Blog: Aus der HEC
Verfasst von Iris-Marina Nixdorf am 14. Mai 2020
Ein Lehrer und 20 Klassenräume - mit je einem*r Schüler*in

Unterricht in Zeiten von Corona

Der Fokus des IT-Bildungs­hau­ses liegt auf der Erwach­se­nen­bil­dung, insbe­son­dere auf der Umschu­lung zum/zur Fach­in­for­ma­ti­ker*in für Anwen­dungs­ent­wick­lung. Im Moment werden hier in drei Klas­sen­ver­bän­den mehr als 50 Menschen auf die IHK-Prüfung vorbe­rei­tet. Zum Grund­ver­ständ­nis des IT-Bildungs­hau­ses gehört es, dass das Wissen persön­lich in Klas­sen vermit­telt und Teil­neh­mende in ihren Übungs­pro­jek­ten und Übungs­teams persön­lich vor Ort betreuet werden. Dafür stehen drei gut ausge­stat­tete Unter­richts­räume im Haus zur Verfü­gung. Aber diese sind jetzt leer.

Innerhalb von drei Tagen zum Lernen auf Distanz

Wie der Schul­be­trieb Mitte März 2020 inner­halb von drei Tagen vom Lernen im Klas­sen­raum auf Home­of­fice umge­stellt wurde, erzäh­len aus dem Team des IT-Bildungs­hau­ses Wiebke Gercken, Thomas Freese und Susanna Glan­der. „Wir haben vor vier Wochen gegen unsere Prin­zi­pien unsere Klas­sen in die Home­of­fi­ces geschickt. Wir hatten nach der Entschei­dung des Senats nur drei Tage Zeit, uns tech­nisch und mental auf Distanz­un­ter­richt umzu­stel­len", sagt Wiebke. "Während die Lieferung von Headsets endlich lief - viele Modelle waren schon ausverkauft - und die technischen Voraussetzungen gebastelt wurden - das optimale Tool für dezentrales Lernen und die notwendige Leitungskapazität sowie Zugangsberechtigungen -, arbeiteten die Umschülerinnen und Umschüler zuhause schon an Übungsaufgaben."

Trai­ner Thomas Freese hat für den Distanz­un­ter­richt die Soft­ware Microsoft Teams for Education als neuen, virtuellen Klassenraum ausgewählt. Dort kann man nicht nur dem Unterricht per Audio- oder Videoübertragung folgen, sondern auch aktiv daran teilnehmen. Über das Headset können Fragen gestellt und Meinungen geäußert werden und die Teilnehmenden können diskutieren. Auch Gruppenarbeit ist gut machbar, um gemeinsam an Lösungen zu gestellten Aufgaben zu arbeiten. Die Möglichkeit, den eigenen Bildschirm für andere freizugeben und auch die Steuerung zu übergeben, macht gemeinsames Arbeiten erst möglich.

Thomas Freese: „Das Ganze läuft auf einem norma­len PC mit Inter­net­zu­gang und wer ein Laptop benutzt, braucht nicht einmal ein Head­set, um mitzu­re­den. Man ist weit vonein­an­der entfernt und doch ganz nah dran. Mit ande­ren Worten: Es läuft!“ Als Trai­ner kann Freese mit MS Teams Aufga­ben stel­len und die Klasse bei der Arbeit beglei­ten und unter­stüt­zen. Er kann jeder­zeit Gesprä­che unter vier Augen mit den Teil­neh­men­den führen und dennoch die gesamte Klasse im Blick behal­ten.

Alle Teil­neh­men­den lernen seit dem 26. März ohne persön­li­chen Kontakt zu einan­der und zum Trai­ner. Das ist in vielen Einrich­tun­gen für Erwach­se­nen­bil­dung norma­ler Tage­sab­lauf, im IT-Bildungs­haus, wo wir grund­sätz­lich in der Klasse mit dem anwe­sen­den Trai­ner und in Teams lernen, ist es sehr unge­wohnt. Das verlangt von allen Betei­lig­ten ein hohes Maß an Diszi­plin und Geduld, beson­ders, wenn der/die Trai­ner*in indi­vi­du­elle Fragen beant­wor­ten muss oder beim Lösen eines Problems eingrei­fen soll. Aber mit der passen­den Soft­ware lässt sich der fehlende persön­li­che Kontakt für einen abseh­ba­ren Zeit­raum ausrei­chend über­brücken. 

Dann ist ja alles gut?
Unterricht vor dem Lockdown

Nein, alles nicht, denn so rich­tig wohl fühlen wir uns in dieser Situa­tion nicht. Was jetzt fehlt, ist der soziale Faktor, der das Lernen unter­stützt: Das „Sich in die Augen Sehen“ während man mit dem Nach­barn an einem Problem tüftelt oder der infor­melle Austausch über den Lern­stoff, der sonst beim Kaffee im Stehen oder in den Pausen statt­fin­det. Nur dadurch, dass sich die Klas­sen schon seit Sommer 2019 kennen und einen gefes­tig­ten und vertrau­ten Umgang mitein­an­der und mit den Trai­ner*in­nen haben, sind beispiels­weise die Feed­back-Runden tatsäch­lich ein reger Austausch und ein Gewinn für alle. Wir merken, dass unsere Teil­neh­men­den viel Moti­va­tion aus dem Gemein­schafts­ge­fühl des Klas­sen­ver­ban­des ziehen könn

Wie sind die Perspektiven?
Unterricht vor dem Lockdown

Wir alle hoffen auf ein abseh­ba­res Ende des Lernens auf Distanz. Sobald es erlaubt ist, werden wir unsere Klas­sen und Trai­ner*in­nen in die Unter­richts­räume zurück führen und unsere gute Methode des Präsenz­un­ter­richts wieder aufneh­men. Viel­leicht müssen wir auch, wie es die Schu­len erwä­gen, die Klas­sen halbie­ren und in Schich­ten unter­rich­ten. Die Umschu­lung, die am 6. Juli neu beginnt, wird aber noch von den Home­of­fi­ces aus begin­nen. Erste Lektion: Wir rich­ten gemein­sam die IT-Bildungs­haus-Laptops für den Unter­richt ein.

Um ande­ren Bildungs­trä­gern in der Erwach­se­nen­bil­dung in Bremen zu helfen, die nicht so gut mit den tech­ni­schen Raffi­nes­sen der Einrich­tung von Unter­richt über das Inter­net klar­kom­men, bietet das IT-Bildungs­haus jetzt über das Netz­werk VADiB unkom­pli­ziert und kosten­los Unter­stüt­zung bei der Entschei­dungs­fin­dung und Erstel­lung von dezen­tra­len Lern­or­ten an.

Das IT-Bildungs­haus ist ein Geschäfts­be­reich der HEC und ist somit einge­bet­tet in den Unter­neh­mens­ver­bund team neusta. Alle Unter­richts­räume und das Büro befin­den sich im team neusta Campus im Schup­pen Eins.

 

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