HEC Blog: Aus der HEC
Verfasst von Iris-Marina Nixdorf am 16. März 2018

Eine kleine Rückschau-Reihe zum Jubiläum

30 Jahre sind „Fast ein Drit­tel Jahr­hun­dert“, das klingt schon lang.  Wenn man sich den Stand der Tech­nik von damals vor Augen führt, merkt man: Das sind Welten! Trotz­dem hat eini­ges von dem, was damals war, auch heute noch Bestand. Wie Mitar­bei­tende der ersten Stunde, die noch heute bei der HEC arbei­ten.

Fangen wir von vorne an: Am 7. Septem­ber 1988 wurde in Bremen die Hansea­ti­sche Soft­ware-Entwick­lungs- und Consul­ting GmbH, kurz HEC, als Soft­wa­re­haus gegrün­det. Grün­der waren das Land Bremen und Siemens. Hinter der HEC stand die Absicht, die sich rasant entwi­ckelnde IT in die Verwal­tung zu inte­grie­ren und damit Verwal­tungs­pro­zesse effek­ti­ver zu gestal­ten. Das bedeu­tete die Einfüh­rung der bis dahin noch weit­ge­hend unbe­kann­ten PCs. Bis dahin arbei­te­ten die Ange­stell­ten im öffent­li­chen Dienst ausschließ­lich an dezen­tra­len Termi­nals von Groß­rech­nern. Die klas­si­sche Schreib­ar­beit wurde mit Schreib­ma­schi­nen erle­digt, die besten­falls elek­tro­nisch unter­stützt waren.

Günther Ewald, Soft­ware-Entwick­ler, Projekt­lei­ter und Spezia­list für Daten­schutz bei der HEC, ist ein Mitar­bei­ter der ersten Stunde. Er hatte sein Vorstel­lungs­ge­spräch im Okto­ber 1988 noch im BITZ an der Uni, wo die junge Gesell­schaft mit Geschäfts­füh­rer Gerhard Rutkow­ski und drei Mitar­bei­ten­den saß. Einge­stie­gen ist er 1989 dann aber nicht dort, sondern in den neuen, und größe­ren Geschäfts­räu­men in der Knochen­hau­er­straße, wo die HEC schon auf 10 (!) Mitar­bei­tende ange­wach­sen war.

Rück­bli­ckend kann Günther Ewald über einige span­nende und teil­weise auch kuriose Themen berich­ten. „Zu diesem Zeit­punkt program­mier­ten wir noch ausschließ­lich unter MS-DOS, welches jedoch schnell durch Windows 2 abge­löst wurde“, erin­nert sich Günther Ewald. „Dabei bestand die Hard­ware meist aus den oft als 386ern bezeich­ne­ten PCs. Sie boten mit gerade einmal vier Mega­byte Arbeitsspei­cher eine Leis­tung, die aus heuti­ger Sicht völlig unzu­rei­chend erscheint.“ Zu dieser Zeit program­mier­ten die Soft­wa­re­ent­wick­ler der HEC in der Program­mier­spra­che C, und das Unter­neh­men konzen­trierte sich auf Windows-Anwen­dun­gen. Neben Windows wurden auf PCs die Betriebs­sys­teme OS2 und Unix einge­setzt.

Ganz neu: Windows‘ grafische Oberfläche

Windows 1.0x war das erste Programm von Micro­soft mit grafi­scher Ober­flä­che, das aber auf der Basis von MS-DOS funk­tio­nierte. Ein wesent­li­cher Vorteil war das neue Multi­tas­king-Betriebs­sys­tem. Nach der Theo­rie liefen die Programme im Hinter­grund weiter, das Problem bei diesem Multi­tas­king war aber, dass sie schlicht ange­hal­ten wurden. Dazu kam auch noch die neuar­tige Benut­zung der Maus. Die erste Micro­soft Maus funk­tio­nierte noch mit eige­ner Control­ler­karte und hatte keine seri­elle Schnitt­stelle oder USB-Anschluss wie heute.

Die HEC: von Bremen in den Bundestag

Mit vielen guten Ideen und dem Blick über den Teller­rand wuchs die Mitar­bei­teran­zahl der HEC bis Mitte der 90er auf 30. Wir konzen­trier­ten uns auch auf Projekte jenseits der Bremi­schen Landes­grenze. „Zum Beispiel program­mier­ten wir für den Fahr­dienst des Bundes­tags ein Programm, das wir WinTaxi nann­ten. Damit ließ sich zu jeder Zeit sicher­stel­len, dass sich die Fahrer für die Abge­ord­ne­ten zur rich­ti­gen Zeit an der rich­ti­gen Stelle befan­den“, beschreibt Ewald eines der großen Projekte dieser Zeit. Außer­dem gelang es der HEC mit dem Programm „TimeTec“ eines der ersten daten­bank­ba­sier­ten PC-Programme zur Termin­pla­nung und Zeiter­fas­sung zu program­mie­ren, das grafik­ba­sie­rend in Form einer Balken­an­sicht funk­tio­nierte. Aller­dings gab es für die Program­mie­rer damals Hürden, die heut­zu­tage nur noch selten vorkom­men.

Absturz an der Tagesordnung

Als die Soft­wa­re­ent­wick­lung noch in den Kinder­schu­hen steckte, ließen beson­ders Hard­ware und Betriebs­sys­tem die IT-Exper­ten regel­mä­ßig im Stich. „Wir waren es damals gewohnt, dass der Rech­ner drei- bis vier­mal am Tag abstürzte“, denkt Ewald an die ersten Jahre zurück. „Das lag einfach an der mangeln­den Stabi­li­tät von Betriebs­sys­tem und Hard­ware.“ Eine Fehler­quelle war die aus heuti­ger Sicht aufwen­dige Art der Daten­spei­che­rung. „Um Programme zu instal­lie­ren oder zu sichern, benö­tig­ten wir oft bis zu 30 Disket­ten, denn Server oder externe Fest­plat­ten gab es damals keine. Daraus resul­tierte, dass im Laufe der Entwick­lungs­phase defekte Disket­ten die Program­mie­rung einer Soft­ware phasen­weise zur reinen Nerven­sa­che mach­ten“, so Ewald.

Sicherheit durch Netzwerk und Server

Mit dem LAN Mana­ger (seit 1987) beka­men die Entwick­ler erst­mals ein Instru­ment an die Hand, das es ermög­lichte, nicht mehr nur rech­ner­ge­bun­den, sondern im Netz­werk zu arbei­ten. Anfang der 90 er wurde in der HEC das erste interne Netz­werk instal­liert, womit die Zeit der Daten­si­che­rung auf Disket­ten vorbei war. Die beiden ersten Server Parti­ti­ons V: für Verwal­tung und E: für Entwick­lung exis­tie­ren heute noch, haben aber viele Geschwis­ter bekom­men. Die in der HEC heute allen geläu­fige Domäne „Lan­group“ stammt auch aus der Zeit dieses ersten Netz­wer­kes. „Daten unter­ein­an­der auszut­au­schen, bildete damals die Grund­lage dazu, zeit­gleich im Team zu arbei­ten“, erin­nert sich Günther Ewald. „Win­dows 95 lieferte erst­mals eine halb­wegs verläss­li­che Netz­werk­ein­bin­dung.“

Fortsetzung folgt

Teil 2: Arbei­ten in den 90ern

Teil 3: Entwick­lun­gen

Teil 4: Aben­teuer IT