Besser lernen und lehren an Schulen

Blog – Aus der HEC
Verfasst von Andrea Kuhfuss am 27. September 2019

Kompetenzen, Technologie oder Wissen – was ist in Zukunft wichtig?

Was sollen Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Zukunft lernen? Und wie können Lehrende ange­sichts der immer digi­ta­le­ren Welt ihren Unter­richt gestal­ten? Zu unse­rer Diskus­si­ons- und Networ­king-Veran­stal­tung SOIREE|HEC Mitte Septem­ber sind 60 Menschen mit ganz unter­schied­li­chen Hinter­grün­den gekom­men – und mit einem großen gemein­sa­men Inter­esse an Bildung und Digi­ta­li­sie­rung. Zusam­men mit Vertre­tern aus Bildung, Poli­tik und Wirt­schaft sind wir in das komplexe Thema einge­taucht und haben diverse Schwer­punkte ausge­macht.

„Digi­ta­li­sie­rung in der Schule darf nicht bedeu­ten, die Schü­ler einfach mit Tablets auszu­stat­ten, um dann weiter Unter­richt mit Inhal­ten und Zielen wie vor zwan­zig Jahren zu machen“, bringt Chris­tina Hinrichs, Jahr­gangs­lei­te­rin in der Ober­schule Helgo­lan­der Straße in Bremen-Walle, das Problem auf den Punkt. Hadrien Segond von der Deut­schen Kinder- und Jugend­stif­tung unter­stützt die Forde­rung: „Statt program­mie­ren zu lernen, soll­ten Kinder und Jugend­li­che verste­hen, wie Social Media, Künst­li­che Intel­li­genz, Big Data und Algo­rith­men funk­tio­nie­ren.“

Die Schu­len sind derzeit durch den „Digi­tal­pakt“ der Bundes­re­gie­rung gefor­dert, ihre eige­nen Konzepte im Zusam­men­hang mit der Digi­ta­li­sie­rung und neuen Medien an Schu­len zu erstel­len oder auch beste­hende zu über­ar­bei­ten. Dabei fiel immer wieder auf, dass es eben nicht nur die Tech­no­lo­gien sind, die ange­schafft und mit denen der Umgang erlernt werden muss. Viel eher braucht es die rich­ti­gen Kompe­ten­zen für eine digi­ta­li­sierte Welt. Diese muss unser Bildungs­sys­tem vermit­teln.

Und genauso braucht es auch Lehrende, die selbst hinrei­chend geschult sind, um diese Inhalte auf neuen Wegen zu vermit­teln. Fran­ziska Schmied-Kowar­zik, seit vier Jahren stell­ver­tre­tende Schul­lei­te­rin in der Winter­hu­der Reform­schule, ist der Meinung, dass eine Gesell­schaft im 21. Jahr­hun­dert mutige und krea­tive Verän­de­rer braucht, die sich der Digi­ta­li­sie­rung stel­len: „Schule braucht inno­va­tive Antwor­ten“, sagt sie in ihrem State­ment.

Wie wir künftig zusammenarbeiten

Aus unse­rem Berufs­all­tag bei der HEC wissen wir, dass die Digi­ta­li­sie­rung einen entschei­den­den Einfluss auf unsere indi­vi­du­elle Arbeits­weise hat, aber eben auch darauf, wie wir mitein­an­der umge­hen. Auf diese Verän­de­rung muss Schule eben­falls vorbe­rei­ten.

Daran schließt sich die Frage an, über welche Kompe­ten­zen wir dann eigent­lich reden müssen. Digi­tale oder analoge? Die vier K's – Kolla­bo­ra­tion, Krea­ti­vi­tät, Kriti­sches Denken und Kommu­ni­ka­tion - oder noch andere? Einig­keit herrscht bei der Veran­stal­tung, dass dem Wissen auch im jetzi­gen Jahr­hun­dert eine entschei­dende Rolle zukommt. Ohne größere Kontexte, wie zum Beispiel über die Aufklä­rung und ihren Einfluss auf Poli­tik, Spra­che, Natur­wis­sen­schaft, Kunst und Kultur, würden wich­tige Bausteine fehlen, um unsere heutige Welt verste­hen, hinter­fra­gen und gestal­ten zu können.

Gerade die Beiträge aus dem Publi­­kum machen deut­­lich, dass es schon viele gute Impulse gibt. Regel­mä­­ßi­­ger Austausch unter den ansäs­­si­­gen Schu­len, Fach­leh­­rern aber auch zwischen den Behör­­den, der Wirt­­schaft und den Schu­len haben wich­tige Initia­ti­­ven hervor­­­ge­­bracht. So gibt es zum Beispiel im Land Bremen Ange­­bote zur Gesun­d­heits­­­för­­de­rung an Schu­len, die auch unsere heutige, digi­ta­­li­­sierte Lebens­welt einbe­­zie­hen. Heraus­­ge­­kom­­men ist darüber hinaus, dass bei aller Vernet­­zung rele­vante Infor­­ma­tio­­nen und Quel­len zum Thema Bildung und Digi­ta­­li­­sie­rung nicht leicht zu finden sind.

Wir haben gelernt, dass es viele unter­schied­li­che Inter­es­sen­grup­pen in dem Themen­kom­plex gibt und es hilf­reich wäre, insbe­son­dere die Bedarfe von Lehren­den und Lernen­den noch stär­ker in den Mittel­punkt zu rücken. In der Wirt­schaft ist man es zuneh­mend gewohnt, mit Metho­den wie Design Thin­king die Perspek­tive seiner Kunden einzu­neh­men. Was würde gesche­hen, wenn wir Schü­le­rin­nen und andere Lernende als Kunden betrach­te­ten?

Veranstaltung am 22. Oktober

Damit der Elan des Abends und das Ergeb­nis der gemein­sa­men Brain­stor­ming-Übung nicht unge­nutzt blei­ben, wollen wir uns den Fragen und gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen auch weiter­hin stel­len. Für alle Inter­es­sier­ten bieten wir einen Folge­ter­min am Diens­tag, 22. Okto­ber, von 16.00 bis 18.00 Uhr an. Dann wollen wir weiter daran arbei­ten, welche konkre­ten Schritte wir gehen können, damit wir in einer zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten Welt besser lernen und lehren können. Bei Inter­esse melden Sie sich bitte bei Fran­ziska Wienß per E-Mail (Franziska.Wienss@kurswechsel.jetzt) an.

Special: Scrum4Schools

Am 7. Novem­­ber präsen­tie­ren wir ein Special zu einem ähnli­chen Thema das Meetup "Scrum4Schools – oder Kinder brau­chen keine Schule": Kinder lernen in der Schule wenig, das ihnen im späte­ren Leben und der Arbeits­welt weiter­hel­fen könnte. Boris Gloger, Scrum-Pionier und Vorden­ker für neue Arbeits­for­men, spricht über Self-Direct-Lear­ning und Frei­ler­nen als radi­kale Umkehr­mög­lich­kei­ten.

  • Wann? 18:00 – 21:00 Uhr
  • Wo? Hafen­­brise, Schup­­pen Eins, Bremen
  • Veran­­stal­ter? boris­glo­­ger Agile Expe­ri­ence Camp Hamburg / HEC GmbH / Kurs­­wech­­sel Unter­­neh­­mens­­be­ra­tung GmbH

https://www.meetup.com/de-DE/boris­glo­­ger-Agile-Expe­ri­ence-Camp-Hamburg/events/262892653/

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