Alles so schön bunt hier! Ein Bericht aus dem Design Thinking Herbst

Gleich zweimal waren wir in den vergangenen Wochen in unterschiedlichen Konstellationen als Design Thinking Coaches aktiv und freuen uns nun, darüber zu berichten.

Vorab sei bemerkt: Alle Teilnehmenden waren begeistert davon, wie schnell man zum Team zusammen wächst, ohne sich näher zu kennen. Also: Design Thinking hilft nicht nur dabei, zügig und effizient Ideen für nutzerorientierte Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Prozesse zu generieren, sondern auch, innerhalb kürzester Zeit eine empathische und kollaborative Grundhaltung mit seinen Mitstreitern einzunehmen.

Die HEC zu Gast bei bremen digitalmedia

Am 20. Oktober waren wir – Konstanze Steinhausen und Andrea Kuhfuß – als Design Thinking Coaches zu Gast bei bremen digitalmedia, dem in der Alten Schnapsfabrik ansässigen Interessenverband für Medien- und Informationstechnologie-Unternehmen des Landes Bremen.

Der gemeinnützige Förderverein setzt sich unter anderem seit 2009 speziell für die Aus- und Fortbildung im Bereich IT und Medien in dualen Studiengängen ein.

Gemeinsam mit Studierenden der Informatik, der Geschäftsstellenleiterin Eva Koball und ihrer Kollegin Fredericke Rietz widmeten wir uns in einem interaktiven Workshop der Lösung folgender Design Challenge:

„Wie können wir unsere Kolleginnen und Kollegen dabei unterstützen, gemeinsam zukunfts- und nutzerorientierte Kommunikationsansätze in unseren Unternehmen zu entwickeln?“

Grundlage für diese Fragestellung war die Annahme, dass eine effiziente Unternehmenskommunikation nur dann funktioniert, wenn die notwendige Technik zur Verfügung gestellt wird und die Mitarbeiter geschult sind mit allen Komponenten umzugehen. Vergessen wird allerdings häufig, dass auch die analoge Kommunikation funktionieren muss.

Die Teilnehmenden entwickelten durch die Anwendung der Innovationsmethode Design Thinking mögliche Handlungsansätze in Form von Prototypen zur Beantwortung der Challenge. Dies geschah in kooperativer Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams – zwei unerlässliche Faktoren in Zeiten der Digitalen Transformationen, die eine hohe Flexibilität, eine schnelle Reaktionsfähigkeit sowie die Fähigkeit erfordert, sowohl lateral als auch linear zu denken und zu handeln.

Der Wirtschaftsrat lädt ein: Design Thinking im Schuppen 1

Am 26. Oktober waren Mitglieder des Wirtschaftsrats zu Gast im Schuppen 1. Unsere Gäste beschäftigten sich gemeinsam mit meinem Kollegen Dietmar Heijenga und mir mit der Fragestellung, wie sie ihre Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig aufstellen können.

Design Thinking war auch hier die Methode der Wahl, um sich der Fragestellung anzunähern. Nach einer kurzen Einführung ins Thema und der Feststellung, dass Design Thinking ein Mindset auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen werden muss, um auf den sich rasant verändernden Märkten zukunftsfähig zu bleiben, ging es in das Erproben der iterativen Methodik.

Die Coaches führten die Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft praxisorientiert durch die sechs Phasen des Design Thinkings, um am Ende erste Prototypen für mögliche neue Dienstleistungen, Produkte oder Prozesse zu entwickeln.

Im Mittelpunkt stand das empathische Miteinander und der Blick nicht nur durch die Brille der Teamkollegen, sondern auch durch die Brille potentieller Kunden. Ein intensiver Austausch zum Problemverständnis (Was bedeutet eigentlich die Begrifflichkeit Innovation für jeden Einzelnen in der Runde?) und der Perspektivwechsel standen im Fokus der ersten beiden Phase Verstehen und Beobachten. In Phase 3 – Sichtweise definieren – entwickelten die Teilnehmenden Personas und emotionalisierten die Ausgangsfragestellung durch eine Metapher, um sich noch stärker in ihren Avatar einfühlen zu können. In Phase 4 wurden dann anschließend Ideen generiert, um die Personas – Berti Bedenkenträger und Jörg Jungvater – bei der Lösung ihres Problems zu unterstützen. Abgeschlossen wurde der Abend durch die Produktion und Präsentation der prototypischen Lösungen in schauspielerischer Form und durch den Einsatz von Lego.

Verfasst von Andrea Kuhfuß am 8. November 2017